DER WORTSCHATZ * Скарбниця слів

Erhältlich in 7 Sprachausgaben mit Code zu mehrsprachigem Hörbuch mit MP3-Dateien zum Download Französisch/D, Italienisch/D, Kurdisch/D, Russisch/D, Spanisch/D, Türkisch/D, Ukrainisch/D

Preise und Auszeichnungen: Leipziger Buchfink 2025, Shortlist: Die Schönsten Deutschen Bücher 2024 , Buchtipp des Monats- Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Februar 2024, Buchcover Award 2024

Die passenden Worte finden, ist wie Farben mischen für eine Malerei. Eine bereichernde Art sich auszudrücken.“              

Rebecca Gugger & Simon Röthlisberger 2024
https://nord-sued.com/2024/02/14/woerter-sind-ein-schatz/

Als Oskar eines Tages eine Kiste findet, hofft er, einen echten Schatz gefunden zu haben. Aber als er die Kiste öffnet, sind dort lediglich jede Menge Buchstaben und Wörter. Oskar nimmt eines: „Quietschgelb“. Oskar ist enttäuscht und wirft das Wort achtlos ins Gebüsch und geht weg. Als ihm kurz darauf später ein quietschgelber Igel begegnet, nimmt die Magie der Erzählung ihren Lauf.

Der kindliche Protagonist kann es gar nicht glauben. Erst als die alte Eiche haarig erscheint, ein Vogelhäuschen sich pompös verwandelt und er einen Käfer monströs groß macht, merkt Oskar, was er mit den gefundenen Wörtern machen kann und ab da gibt es kein Halten mehr. Bis die Truhe leer ist, erschafft er viele fantastische Wesen und merkwürdige Gegebenheiten, beispielsweise federleichte Bagger, ein handzahmes Krokodil, beflügelt ein Pferd und lässt eine Badewanne sprechen.

Oskar ist verzweifelt, nun ganz ohne Worte und bittet Erwachsene um Hilfe. Diese sind aber wiederrum mit viel wichtiger Arbeit beschäftigt und halten es für überflüssig, sich mit Wörtern zu beschäftigen.

Aber bei Louise, die gerade ihre Blumenwiese gießt, findet er neue Wörter, denn sie hat „gerade frische gemacht“. Zu Oskars Erstaunen über die Menge an neuen Wörtern verrät Louise ihm dann auch noch das Wunderbare des Wörter-Erfindens:

„Dazu packe ich alle meine Sinne ein und geht damit auf Wörtersuche. […] Denn Wörter findest du jederzeit und überall. […] Es ist, als würdest du mit deinen Wörtern ein Bild malen.“

Louise erzählt Oskar von der Wirkung von Wörtern und, dass wir achtsam mit ihnen umgehen müssen.

Und so fängt Oskar an, selbst Wörter zu erfinden, indem er zuhört, beobachtet, riecht, schmeckt und fühlt. Er sammelt die Wörter in einer Wortschatztruhe und nimmt hin und wieder ein Wort heraus, um einer Person eine Freude zu machen.

Die poetischen, fantasievollen Illustrationen laden kindliche und erwachsenen Leser:innen ein, neben den kurzen Textsequenzen zusätzliche Erzähldetails wahrzunehmen, diese zu konkretisieren und für die eigene Imaginationsfähigkeit zu nutzen. Die gefühlvollen Bilder regen die individuelle Vorstellungsbildung an, machen neugierig und können in Vorlesegesprächen genutzt werden, um sich über Gefühle und Sprache und eine mehrdeutige Bildsprache auszutauschen.

Eine besondere Kraft entwickelt das Bilderbuch in der gleichzeitigen Präsentation zweier Sprachen, was zusätzliches Identifikationspotential bietet, und unterschiedliche Rezeptionen ermöglicht. Kinder können Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdecken und ihr individuelles sprachlich-kulturelles Kapital nutzen, erweitern und eine Wertschätzung dessen erfahren. Die Vielseitigkeit von Sprache zu erleben und die eigenen Spracherfahrungen zu weiten, kann zu einem Bewusstsein beitragen, wie wichtig Sprache für alle Menschen ist und welche Wirkungen sie haben kann.

Die folgenden Lernangebote sollen Impulse dafür in den Unterricht geben.

Ein ressourcenorientierter Umgang mit Sprache und Sprachdiversität kann als Potential einer Lerngemeinschaft betrachtet und anerkannt werden und so zur diversitätssensiblen Stabilität der Gemeinschaft einen konstruktiven Beitrag leisten.

Die vorgeschlagenen literarischen Lernaufgaben sind flexibel für alle Kompetenzstände im Deutschunterricht individuell  schriftsprachlich anschlussfähig und gerne mehrsprachig bearbeitbar und übersetzbar. Zusätzliche Unterstützungsangebote zum Abbau von Barrieren wie Hörtexte, diktierendes Schreiben oder Audioaufnahmen sollten für die Kinder gewinnbringend und kompetenzfördernd eingesetzt werden.

Im Leseerwerb sollten die Bilderbuchsachtexte vorgelesen und/oder hörbar gemacht werden.

Die alte Truhe

Die Schüler:innen kombinieren ihre Imaginationsfähigkeit und die Bildsprache des Mediums, um einzelne Aspekte der literarischen Erzählung zu antizipieren. Sie entwickeln individuelle Ideen, was in der Truhe sein könnte, und geben Oskar Tipps zur Öffnung des Truhenschlosses. Sie präsentieren ihre Überlegungen und wertschätzen sich gegenseitig.

Wörter zum Beschreiben

Die Schüler:innen klären, definieren und differenzieren Wortbedeutungen, indem sie einzelne Wörter (pompös, monströs, niedlich, kugelrund, handzahm…) recherchieren und diese nutzen, um eigene Szenarien/Tiere/Gegenstände im Sinne des Bilderbuchs zu beschreiben.

Dies könnte als grundlegendes Lernsetting zur weiterführenden grammatisch-funktionalen Beschäftigung mit Adjektiven dienen.

Wortlos

Die Schüler:innen nehmen eine mögliche Perspektive des literarischen Protagonisten ein und vollziehen den narrativen Handlungsverlauf nach, indem sie bisherige Informationen und die Illustration individuell nutzen und Gedanken von Oskar entwickeln.

Wörter – Jederzeit und überall!

Die Schüler:innen nehmen ihre Umwelt bewusst(er) in einem zeitlich abgrenzten Rahmen wahr, indem sie eine Sinnesreise erleben und Erfahrungen in Form von kurzen angeleiteten Schreibphasen schriftsprachlich und/oder sprachlich verarbeiten und dokumentieren.

Ich höre…/Diese Wörter kann ich hören…         
Ich rieche…/Diese Wörter kann ich riechen…  
Ich fühle (mich)…/Diese Wörter kann ich fühlen…

Ich sehe…/Diese Wörter kann ich sehen…
Ich schmecke…/Diese Wörter kann ich schmecken…            

Sprachliche Vielfalt und Komplexität

Die Schülerinnen vergleichen Sprachen in ihren Klängen, Sprachmelodien und Aussprachen, indem sie einzelne Sequenzen der mehrsprachigen Audiodateien hören und auf individuell auffallende Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersuchen.

Die Schülerinnen lernen unterschiedliche Alphabetschriften kennen, indem sie mit Erfahrungen mit unbekannten Bewegungsabläufen oder Darstellungen sammeln und diese reflektieren.

Die Schülerinnen erkennen die Ressourcen der globalen Verständigung durch Kenntnisse unterschiedlicher Sprachen, indem sie eine internationale audiovisuelle Wortsammlung zu persönlich bedeutsamen Wörtern anlegen und die sprachliche Kompetenz und Vielfalt der eigenen Lerngruppe heranziehen.