Ramas Flucht

Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.             

Albert Einstein zitiert in Ramas Flucht

Das berührende Bilderbuch Ramas Flucht erzählt die Geschichte des Mädchens Rama, ihrem Bruder Sami und ihrer engsten Familie in Syrien.

Zunächst schildert die Autorin ein idyllisches, ruhiges und liebevolles Kinderleben in dem der Hahn morgens kräht, es saftige Tomaten aus dem Garten zum Frühstück gibt und die Familie abends um einen Orangenbaum sitzt und sich Geschichten aus der Vergangenheit erzählt.

Dann bricht der Krieg aus und nach und nach kommen die Gefahren, der Hunger, die Angst und die Bomben dem Lebensort Ramas näher. Immer mehr Dorfbe-wohner:innen sammeln Habseligkeiten zusammen und machen sich in großen Strömen gemeinsam auf, um an einem noch unbekannten Ort Schutz und Zukunft zu finden.

Ramas Abschied von den Dingen, Gewohnheiten und Tieren ist bewegend:
 „Ich lag wach und lauschte dem Wind und überlegte, ob der Mond anderswo genauso aufgeht wie bei uns.“   

Margriet Ruurs

Rama erzählt von ihrer Flucht. Die Perspektive eines Kindes führt durch Verluste, Umgang mit Trauer, Müdigkeit und den Erwachsenen, die sie und ihren Bruder versuchen, in eine „helle Zukunft“ zu bringen.

Ramas Fluchtgeschichte hat einen hoffnungsvollen Ausgang im Ankommen an einem schutzbietenden Ort, in der Begegnung mit freundlichen und offenen Menschen und dem Rückhalt der Familie. So entsteht wieder Raum für neue Erfahrungen und Zuversicht.

Ein besonderes Augenmerk verdienen auch die die Geschichte begleitenden Bilder: Der syrische Bildhauer Nizar Ali Badr hat durch seine Steinbilder viele Kunstwerke geschaffen, die die Geschichte von Rama und ihrer Familie behutsam, zugewandt und zugleich kraftvoll und ergreifend  transportieren, die Erzählung aufnehmen und ergänzen. Nizar Ali Badr sammelt dazu Steine in der syrischen Hafenstadt Latakia und legt diese auf seinem Dach zu Bildern, die der Erzählung eine emotionale Tiefe verleihen.

Im Nachwort des Buches erzählt die Autorin Margriet Ruurs von ihrer ersten Begegnung mit den Steinbildern des syrischen Künstlers und von den Wegen zur Entstehung des gemeinsamen Bilderbuches.

Die vorgeschlagenen literarischen Lernaufgaben sind flexibel für alle Kompetenzstände im Deutschunterricht individuell  schriftsprachlich anschlussfähig und gerne mehrsprachig bearbeitbar und übersetzbar. Zusätzliche Unterstützungsangebote zum Abbau von Barrieren wie Hörtexte, diktierendes Schreiben oder Audioaufnahmen sollten für die Kinder gewinnbringend und kompetenzfördernd eingesetzt werden.

Im Leseerwerb sollten die Bilderbuchsachtexte vorgelesen und/oder hörbar gemacht werden.

Es werden außerdem Hinweise für Ideen im fachübergreifenden Lernsettings mit Kunst + Sachunterricht gemacht.

Albert Einstein & Frieden & Verständnis

Die Schüler:innen entwickeln eigene Textideen mit Hilfe des Eingangszitats, indem sie dieses als kreativen Schreibanlass nutzen oder einzelne Wörter als Schreibanlass individuell weiterführen. 

Frei sein

Die Schüler:innen setzen sich mit dem Begriff Freiheit auseinander und belegen diesen mit diversen Bedeutungszuschreibungen, indem sie zunächst in Kleingruppen frei assoziieren und im Anschluss Kinder ihrer Schule dazu befragen und die Aussagen clustern.

Die Offenlegung eines vielfältigen Freiheitsbegriffes kann danach (z.B. im Sachunterricht) genutzt werden, um Gelingensbedingungen an der eigenen Schule/in der Lerngemeinschaft zu diskutieren und einen gemeinsamen Rahmen dafür zu entwickeln.

Auf der Suche

Die Schüler:innen verbinden ihre rezeptive Perspektive und die Bildwahrnehmung, indem sie die textlose Bilderbuchdoppelseite der Flucht selbst mit Steinen nachlegen und die individuelle Wirkung in einem Gespräch zwischen zwei Protagonistinnen zum Ausdruck bringen.

„Jetzt trägt uns die Hoffnung voran.“

Die Schüler:innen nehmen sprachliche und metaphorische Gestaltung aufmerksam wahr, indem sie den Satz mit eigenen Vorstellungsbildern anreichern und sammeln, was ihnen Hoffnung macht und wann sie diese gut brauchen können.

Träume in Stein

Die Schüler:innen konkretisieren eigene Wünsche und Träume von Frieden, indem sie ihre Traumvorstellungen als Steinbild legen und diese sprachlich konkretisieren (Titel geben, kurze Beschreibung als Audio aufnehmen, Gedicht zum Bild verfassen etc.).

Arabische Schrift

Die Schülerinnen untersuchen unterschiedliche Alphabetschriften und deren Besonderheiten, indem sie Einblick nehmen in das Schriftsystem anhand der Textbeispiele und Schreibweisen ausprobieren.

Kindern und Erwachsene des Lernsystems mit arabischen Vorkenntnissen können hier wertvolle Perspektiven bieten, bei Schreibversuchen unterstützen, Fragen beantworten oder Textstellen vorlesen.